
M3E Team
15. Jan. 2025 · 4 min read
Bundestagswahl 2025: Wahlprogramme aus Sicht der Elektromobilität – Was wollen die großen Parteien?

Am 23. Februar 2025 entscheidet sich in der vorgezogenen Bundestagswahl, wie Deutschland seine Mobilitätswende weiter gestalten wird. Nach dem Wegfall wichtiger Förderprogramme des Bundes Ende 2023 bzw. Anfang 2024 hat der deutsche Markt für Elektromobilität einen deutlichen Einbruch erlebt. Für die Branche ist demnach entscheidend, wie die großen Parteien bei einer möglichen Regierungsbeteiligung im Bereich Elektromobilität agieren wollen.
Die Parteiaussagen zur Elektromobilität
Wir haben uns deshalb durch die Wahlprogramme gelesen und sie in Hinblick auf die zentralen Positionen zum Verbrenner-Verbot, Kaufprämien und Förderungen, Ladeinfrastruktur sowie zu den EU-Flottengrenzwerten durchforstet. Dabei zeigen sich folgende Ergebnisse (die Reihenfolge der jeweiligen Partei ist zufällig und gibt keine Präferenz unsererseits wieder).
Es könnten noch kleinere Anpassungen an einzelnen Inhalten vorgenommen werden, da bisher nur CDU/CSU, SPD, BSW und AfD ihre Wahlprogramme final beschlossen haben. Für die AfD sollen Änderungen, die auf dem Parteitag beschlossen wurden, am 13. Januar formell verabschiedet werden, was möglicherweise zu Abweichungen führen könnte (das Wahlprogramm ist bis dato nicht als Dokument auf der Homepage erschienen). Bei den Grünen ist die endgültige Entscheidung auf ihrem Parteitag am 26. Januar in Berlin geplant, bei der Linken am 18. Januar ebenfalls in Berlin und bei der FDP am 9. Februar in Potsdam.
Unsere Zusammenfassung der Parteipositionen
Zusammengefasst ergibt sich den Wähler:innen aus Sicht der Elektromobilität demnach folgendes Bild (die Reihenfolge der jeweiligen Partei ist auch hier zufällig und gibt keine Präferenz unsererseits wieder):
CDU/CSU
- Rücknahme des Verbrenner-Verbots
- Ablehnung von Strafzahlungen bei Überschreitung der EU-Flottengrenzwerte
- Fokus auf Technologieoffenheit
- Förderung von Elektrofahrzeugen aus EU-Produktion
SPD
- Beibehaltung des Verbrenner-Verbots und der EU-Flottengrenzwerte
- Verlängerung der KFZ-Steuerbefreiung für Elektroautos bis 2035
- Förderung von E-Nutzfahrzeugen
- Gezielte Kaufprämien für einkommensschwache Haushalte
- Aufbau von Ladestationen an Supermärkten und Tankstellen
Bündnis 90/Die Grünen
- Unterstützung des Verbrenner-Verbots und der EU-Flottengrenzwerte
- Einführung sozial ausgewogener Kauf- und Leasingförderungen
- Senkung der Ladestrompreise an öffentlichen Stationen
FDP
- Rücknahme des Verbrenner-Verbots
- Abschaffung der EU-Flottengrenzwerte
- Ablehnung von Kaufprämien
- Betonung von Technologieoffenheit
Die Linke
- Beibehaltung des Verbrenner-Verbots
- Förderung für einkommensschwache Haushalte, Handwerksbetriebe, soziale Dienste und Taxis
BSW
- Aufhebung des Verbrenner-Verbots
- Einführung eines Sozialleasings nach französischem Vorbild
AfD
- Rücknahme des Verbrenner-Verbots
- Abschaffung der EU-Flottengrenzwerte
- Ablehnung von Kaufprämien
- Fokus auf Technologieoffenheit
Was die Analyse zeigt
Über die Aufschlüsselung der einzelnen Parteipositionen hinaus zeigt unsere Analyse ganz klar, dass die Elektromobilität in den Wahlprogrammen zwar behandelt wird, jedoch oft nur vage und mit begrenztem Schwerpunkt. Eine deutliche Abkehr von früheren Fördermaßnahmen, wie allgemeinen Kaufprämien, ist erkennbar. Stattdessen legen viele Parteien ihren Fokus inzwischen auf gezielte Förderungen oder eine technologieoffene Ausrichtung. Einige Parteien kommunizieren auch für den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Förderung sozial schwächerer Gruppen klare Pläne.
Trotzdem bleibt die Mobilität insgesamt ein Randthema. Die Wahl 2025 wird dennoch für die langfristige Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland entscheidend sein.
Wie auch immer Ihre Meinung zum Thema ausfällt: Gehen Sie wählen und nehmen Sie Ihre demokratischen Grundrechte wahr!