Drei europäische Leitmärkte haben in dieser Woche wichtige Weichenstellungen für die private Elektromobilität vorgenommen. Deutschland beendet seine Förderpause und plant ab 2026 ein sozial ausgerichtetes Prämienmodell, Frankreich führt sein reformiertes und bereits beschlossenes CEE-Fördersystem fort, und Großbritannien sieht in seinem aktuellen Haushaltsentwurf eine deutliche Aufstockung des Electric Car Grant Scheme vor. Damit zeichnen sich drei unterschiedliche, aber klar umrissene Förderkulissen für den Kauf batterieelektrischer Pkw ab – mit finalen Details, die in Deutschland und Großbritannien noch den parlamentarischen Prozess durchlaufen.
Deutschland
Deutschland kehrt nach dem abrupten Ende des Umweltbonus im Dezember 2023 wieder in den Fördermodus zurück. Die Regierungskoalition hat sich nach Medienberichten auf ein neues Fördermodell ab 2026 verständigt, das nun in die Haushalts- und Gesetzgebungsverfahren einfließt. Das Programm richtet sich an Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen und kombiniert eine Grundförderung mit Zuschlägen, die an die soziale Situation geknüpft sind. Die konkrete Ausgestaltung – insbesondere Preisgrenzen und genaue Berechnung des Sozialbonus – wird im weiteren Prozess präzisiert. Die Förderung umfasst
- 3.000 Euro Grundprämie
- 500 Euro pro Kind, maximal 1.000 Euro
- einen zusätzlichen Sozialbonus für einkommensschwache Haushalte
In der Spitze ergibt sich ein Zuschuss von über 4.000 Euro für den Kauf eines rein batterieelektrischen Pkw. Auch förderfähige Plug-in-Hybride werden berücksichtigt, erhalten jedoch geringere Zuschüsse, da der Schwerpunkt auf vollelektrischen Fahrzeuge liegt.
Für das Jahr 2026 sind im Haushaltsentwurf bis zu 550 Millionen Euro vorgesehen. Darüber hinaus ist für den Zeitraum bis 2029 ein Finanzrahmen von rund 3 Milliarden Euro aus Klimasozialfonds und Klima- und Transformationsfonds eingeplant. Die finalen Beträge hängen vom weiteren parlamentarischen Verfahren ab, deuten aber auf eine erneute, sozial fokussierte Förderung für den privaten Einstieg in die Elektromobilität hin.
Frankreich
Frankreich hat den bisherigen Bonus écologique reformiert und zum 1. Juli 2025 durch ein neues, bereits vollständig beschlossenes Fördermodell ersetzt. Die Unterstützung für den Kauf von Elektrofahrzeugen erfolgt ab sofort über das System der CEE-Zertifikate (certificats d’économie d’énergie, “Energieeinsparungszertifikate”). Dieses Modell wird laut französischen Verkehrsministerium 2026 unverändert fortgeführt. Da die Förderung über den Marktpreis dieser Energiesparzertifikate finanziert wird, ergeben sich keine festen Prämien, sondern Richtwerte, die von der aktuellen Preisentwicklung abhängen. Auf Basis der derzeitigen CEE-Marktpreise ergeben sich für 2026 voraussichtlich folgende Förderhöhen
- bis zu 5.700 € für Haushalte mit niedrigen Einkommen
- bis zu 4.700 € für Haushalte mit mittleren Einkommen
- bis zu 3.500 € für alle übrigen Haushalte
Zusätzlich kann ein Europa-Bonus für Fahrzeuge mit in der EU hergestellten Batterien gewährt werden. Dieser beträgt nach aktuellen Berechnungen 1.200 € bis 2.000 €, je nach Herkunft der Batteriekomponenten und Fertigungstiefe.
Frankreich setzt damit auf ein bereits beschlossenes und dynamisches Fördersystem, das weiterhin klare Anreize für den privaten Kauf von Elektroautos bietet, gleichzeitig aber stärker an ökologische Kriterien und europäische Produktionsstandards gekoppelt ist.
Großbritannien
Großbritannien führt sein 2025 gestartetes Electric Car Grant weiter und bereitet für 2026 eine deutliche Ausweitung vor. Das Programm kombiniert direkte Zuschüsse für private Käufer mit einer festen Preisobergrenze und wurde zunächst mit 650 Millionen Pfund hinterlegt. Im Rahmen des jüngsten Haushaltsplans wurde angekündigt, die Mittel für das Grant-Programm deutlich zu erhöhen. Mehrere übereinstimmende Medienberichte verweisen unter Bezug auf aktuelle Haushaltsunterlagen auf zusätzliche 1,3 Milliarden Pfund, mit denen die Förderung bis mindestens 2030 gesichert und die Zuschüsse in den kommenden Jahren stabil gehalten werden sollen. Die endgültige Bestätigung und Ausgestaltung steht jedoch noch im formalen Gremienlauf des Haushaltsprozesses. Die Förderung umfasst
- bis zu 3.750 Pfund Zuschuss pro förderfähigem Elektro-Pkw
- eine Preisobergrenze von rund 37.000 Pfund
- direkte Anrechnung des Rabatts beim Kauf
Zusätzlich plant die Regierung rund 200 Millionen Pfund für Ladeinfrastrukturmaßnahmen. Ab 2028 soll zudem eine kilometerabhängige Nutzungsteuer für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge eingeführt werden. Diese betrifft den laufenden Betrieb, verändert jedoch die Grundstruktur der Kaufprämie nicht. Großbritannien bleibt damit ein Markt, in dem die Förderung privater Elektro-Pkw voraussichtlich langfristig fortgeführt wird, auch wenn die Details der Mittelaufstockung im Budgetverfahren finalisiert werden müssen.
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Deutschland und Frankreich arbeiten mit Fördermodellen, die jeweils eigene Voraussetzungen und Nachweispflichten mit sich bringen. M3E begleitet Kundinnen und Kunden dabei, diese Anforderungen sicher zu erfüllen und Fördermöglichkeiten effizient zu nutzen. Unsere Expertise umfasst nicht nur nationale Programme, sondern auch internationale Fördersysteme – ein Vorteil insbesondere für Unternehmen mit grenzüberschreitender Präsenz.
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