Die Binnenschifffahrt gilt als vergleichsweise klimafreundlicher Verkehrsträger. Bei der Umstellung auf emissionsfreie Antriebe stehen Betreiber jedoch vor hohen Investitionskosten. Hier setzt eine neue Förderrichtlinie des Bundes an: Sie stellt zunächst 125 Millionen Euro bereit und übernimmt je nach Projekt bis zu 95 Prozent der förderfähigen Kosten. Für Reedereien, Binnenhäfen und Unternehmen mit wassergebundenen Logistikketten eröffnet die neue Binnenschifffahrt-Förderung damit einen wirtschaftlich attraktiven Weg in die Dekarbonisierung.
Das steckt hinter dem neuen Förderprogramm für klimafreundliche Binnenschiffe
Mit dem Programm verfolgt der Bund zwei Ziele: Zum einen soll die Dekarbonisierung der Binnenschifffahrt vorankommen, zum anderen sollen mehr Güter- und Personenverkehre auf die Wasserstraße verlagert werden. Damit adressiert die Richtlinie sowohl den Antrieb der Flotte als auch die Frage, wie sich das Verkehrsaufkommen sinnvoll auf ein emissionsarmes System umschichten lässt.
Der Hebel ist beträchtlich: Wo Investitionen in neue Antriebe bislang an den hohen Anschaffungs- und Umrüstungskosten scheiterten, verschiebt eine Förderquote von bis zu 95 Prozent die Wirtschaftlichkeitsrechnung grundlegend. Für Betreiber lohnt es sich daher, geplante Modernisierungen mit den neuen Fördermöglichkeiten zusammenzudenken.
Neue Förderung Binnenschifffahrt: Zwei Schwerpunkte
Die kürzlich vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) veröffentlichte Förderrichtlinie für emissionsfreie und emissionsarme Binnenschifffahrt umfasst zwei Schwerpunkte, die unterschiedliche Zielgruppen adressieren.
- Der erste Schwerpunkt, die grünen Binnenschifffahrtskorridore, richtet sich auf die Flotte selbst. Gefördert werden die Neu- und Umrüstung emissionsfreier oder emissionsarmer Binnenschiffe sowie der Aufbau der erforderlichen Lade- und Tankinfrastruktur entlang der Wasserstraßen.
- Der zweite Schwerpunkt, die regionale Verkehrsverlagerung auf die Wasserstraße, setzt beim Verkehrssystem an. Unterstützt werden Projekte, die den öffentlichen Personennahverkehr oder urbane Wirtschaftsverkehre auf klimafreundliche Binnenschiffe verlagern. Im Fokus stehen dabei besonders Ballungsräume und Hafenregionen, in denen sich Verkehr wirksam entlasten und verlagern lässt.
Diese Antriebe und Infrastruktur sind förderfähig
Bezuschusst werden Investitionen in emissionsfreie und schadstoffarme Antriebs- und Energiesysteme sowie in die dazugehörige Lade- und Tankinfrastruktur. Die Richtlinie ist dabei technologieoffen angelegt. Förderfähig sind unter anderem Lösungen für Batterieelektrik, Wasserstoff, Ammoniak und Methanol.
Diese Breite gibt Betreibern Spielraum, den Antrieb zu wählen, der zu Einsatzprofil, Reichweite und verfügbarer Betankung passt. Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss und kann, abhängig vom Projekt, bis zu 95 Prozent der förderfähigen Kosten betragen. Diese hohe Quote senkt die Investitionshürde deutlich und macht Vorhaben wirtschaftlich darstellbar, die andernfalls an den Anschaffungskosten scheitern würden.
Zeitplan: Wann die Förderaufrufe für grüne Binnenschiffe starten
Die Vergabe der Mittel erfolgt im Rahmen wettbewerblicher Förderaufrufe. Der erste Aufruf soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Wer investieren möchte, sollte die Vorbereitung deshalb frühzeitig starten, denn bei wettbewerblichen Verfahren entscheidet die Qualität des Antrags mit über die Bewilligung.
Die neue Richtlinie ist Teil des Förderportfolios „Klimafreundliche Schifffahrt und Häfen”. Für dieses Portfolio sind im Klima- und Transformationsfonds bis 2029 insgesamt 400 Millionen Euro vorgesehen. Das aktuelle Programm ist damit kein einmaliger Impuls, sondern in eine längerfristige Förderlinie eingebettet.
Wer von der Förderung der Binnenschifffahrt profitiert
Das Programm spricht ein breites Feld wassergebundener Akteure an. Reedereien und Schiffseigner können die Umstellung ihrer Flotte auf emissionsfreie Antriebe kofinanzieren. Binnenhäfen erhalten die Möglichkeit, die notwendige Lade- und Tankinfrastruktur aufzubauen. Kommunale Betreiber und Verkehrsunternehmen können Projekte im Personennahverkehr auf der Wasserstraße anstoßen.
Auch Unternehmen mit wassergebundenen Logistikketten profitieren: Für sie eröffnet die hohe Förderquote die Chance, den Umstieg auf klimafreundliche Antriebe und Infrastruktur wirtschaftlich umzusetzen und ihre Transporte langfristig emissionsärmer aufzustellen.
Was Interessenten jetzt für das Förderprogramm vorbereiten sollten
Da die Mittel über wettbewerbliche Aufrufe vergeben werden, verschafft eine frühzeitige Vorbereitung einen klaren Vorteil. Sinnvoll ist es, das eigene Vorhaben bereits jetzt zu konkretisieren: Welche Schiffe oder Verkehre kommen für eine Umstellung infrage, welcher Antrieb passt zum Einsatzprofil, und welche Lade- oder Tankinfrastruktur ist dafür erforderlich?
Ebenso wichtig ist eine belastbare Kostenschätzung, denn die Förderquote bezieht sich auf die förderfähigen Kosten des Projekts. Wer die eigene Ausgangslage, den Investitionsbedarf und den erwarteten Klimaeffekt sauber dokumentiert, kann nach Veröffentlichung des ersten Aufrufs schnell und mit einem überzeugenden Antrag reagieren. Die konkreten Anforderungen und Fristen legen die jeweiligen Förderaufrufe fest.
Förderung Binnenschifffahrt: So unterstützt M3E
Neue Förderprogramme eröffnen große Chancen, sind in der Antragspraxis aber anspruchsvoll, insbesondere in wettbewerblichen Verfahren. M3E begleitet Schiffseigner, Reedereien, Hafenbetreiber und Logistikunternehmen dabei, eine zukunfts- und förderfähige Dekarbonisierungsstrategie zu entwickeln und umzusetzen.
Von der Prüfung der Förderfähigkeit, professionelle Anträge und Markterkundungen über ein effizientes, maßgeschneidertes Fördermittelmanagement bis zur Umsetzung und Implementierung einer bedarfsgerechten Tank- und Ladeinfrastruktur: M3E steht Ihnen als erfahrener und zuverlässiger Partner mit einem breitem Netzwerk zur Verfügung. Nutzen Sie ganz gezielt verfügbare Zuschüsse setzen Sie künftige Investitionen förderfähig auf!
Bildquelle: Ki generiert


