M3E Team

25. März 2026 · 7 min read

500 Millionen Euro für private Ladeinfrastruktur: Wer von der neuen Bundesförderung „Laden im Mehrparteienhaus“ profitiert

by Visual__Production

Ein neuer Impuls für die Elektromobilität im Gebäudebestand: Mit der neuen Bundesförderung „Laden im Mehrparteienhaus“ stellt die Bundesregierung insgesamt 500 Millionen Euro für den Ausbau privater Ladeinfrastruktur im Wohnungsbestand bereit. Ziel ist es, strukturelle Hürden beim Zugang zur Elektromobilität abzubauen, insbesondere für Haushalte ohne eigene Garage oder Einfamilienhaus.
Der Fokus liegt dabei klar auf bestehenden Mehrparteienhäusern. Während Einfamilienhäuser in der Vergangenheit bereits von Förderprogrammen profitieren konnten, galt der Ausbau in Mehrfamilienhäusern bislang als komplex, kostenintensiv und organisatorisch anspruchsvoll. Genau hier setzt das kürzlich angekündigte Programm an, dessen Förderaufrufe gestern veröffentlicht wurden.

Subventionen für Ladestationen: Was konkret gefördert wird

Gefördert wird der Aufbau nicht öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur, die ausschließlich den Bewohnerinnen und Bewohnern von Mehrparteienhäusern zur Verfügung steht. Die Förderung umfasst dabei nicht nur einzelne Ladepunkte, sondern den gesamten infrastrukturellen Unterbau.
Förderfähig sind unter anderem:
• Ladepunkte (AC und DC bis 22 kW, Typ 2 oder CCS)
• Vorverkabelung von Stellplätzen (auch unabhängig von Ladepunkten)
• Netzanschlüsse sowie elektrische Infrastruktur
• Lademanagementsysteme zur Steuerung der Lastverteilung
• Bauliche Maßnahmen wie Erdarbeiten oder Anpassungen an der Gebäudeelektrik
Diese breite Förderkulisse trägt der Realität Rechnung: Gerade in Mehrparteienhäusern entstehen die größten Kosten nicht beim Ladepunkt selbst, sondern bei der Vorbereitung der Infrastruktur.

Drei Förderwege für unterschiedliche Zielgruppen

Das Programm ist in drei Förderaufrufe unterteilt, die sich an unterschiedliche Antragsteller richten:
  1. Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) sowie private Eigentümer
  2. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
  3. Große Unternehmen mit umfangreichen Wohnbeständen
Für WEG, Privatpersonen und KMU erfolgt die Förderung im sogenannten De-minimis-Rahmen nach dem Windhundprinzip. Das bedeutet: Anträge werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bewilligt, solange Mittel verfügbar sind.
Große Unternehmen hingegen durchlaufen ein wettbewerbliches Verfahren, bei dem Projekte anhand definierter Kriterien bewertet werden.

Förderhöhe: Klare Anreize pro Stellplatz

Die Förderung im Rahmen des Programms „Laden im Mehrparteienhaus“ ist bewusst einfach strukturiert und orientiert sich an pauschalen Beträgen pro Stellplatz:
1.300 Euro für reine Vorverkabelung
1.500 Euro für Vorverkabelung inklusive Ladepunkt
2.000 Euro für bidirektionale Ladeinfrastruktur
Für große Unternehmen sind zusätzlich Förderquoten von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten möglich, mit einer maximalen Fördersumme von 30 Millionen Euro pro Antragsteller. Gleichzeitig gelten auch hier die genannten Obergrenzen pro Stellplatz.

Förderprogramm „Laden im Mehrparteienhaus“: Zentrale Voraussetzungen im Überblick

Um eine Förderung zu erhalten, müssen Projekte eine Reihe von Bedingungen erfüllen:
• Es muss sich um ein Bestandsgebäude handeln (kein Neubau nach dem 24.03.2021)
• Mindestens 20 Prozent der Stellplätze müssen vorverkabelt werden
• Ein Projekt umfasst mindestens sechs Stellplätze
• Die Nutzung ist ausschließlich für Bewohner vorgesehen
• Es muss 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien genutzt werden
• Ein Kostenvoranschlag ist bereits bei Antragstellung erforderlich
• Mit dem Vorhaben darf erst nach Bewilligung begonnen werden
Darüber hinaus gilt eine Umsetzungsfrist von 24 Monaten sowie eine Zweckbindungsfrist von mindestens drei Jahren.
Nicht zulässig ist die Kombination mit anderen Förderprogrammen für dieselben Kostenpositionen.

Strategische Bedeutung für Wohnungswirtschaft und Eigentümer

Die Ladeinfrastruktur-Förderung für Mehrparteienhäuser adressiert mehrere zentrale Herausforderungen gleichzeitig: Sie reduziert Investitionsrisiken, schafft Planungssicherheit und setzt klare technische Mindeststandards. Besonders relevant ist die Verpflichtung zur anteiligen Vorverkabelung, die langfristig Skalierbarkeit sicherstellt.
Für die Wohnungswirtschaft eröffnet sich damit die Möglichkeit, Ladeinfrastruktur systematisch und zukunftssicher zu integrieren, anstatt auf Einzellösungen zu reagieren. Gleichzeitig profitieren Wohnungseigentümergemeinschaften, die bislang oft an Abstimmungsprozessen und Kostenfragen scheiterten.

Einordnung: Vom Einzelprojekt zur systemischen Infrastruktur

Die Ausgestaltung dieses Elektromobilitäts-Förderprogramms zeigt, dass Ladeinfrastruktur zunehmend als Bestandteil der Gebäudeinfrastruktur verstanden wird, vergleichbar mit Strom-, Wasser- oder Telekommunikationsnetzen. Besonders die Förderung von Lademanagementsystemen und Vorverkabelung deutet darauf hin, dass nicht nur kurzfristige Bedarfe, sondern langfristige Entwicklungen im Fokus stehen.
Die bereitgestellten Mittel in Höhe von 500 Millionen Euro unterstreichen zudem die politische Priorität, den Hochlauf der Elektromobilität stärker in den urbanen Raum zu verlagern.
So unterstützt M3E
Anträge für das neue Förderprogramm Laden im Mehrparteienhaus können ab dem 15.04.26 online eingereicht werden. M3E begleitet Unternehmen, Wohnungswirtschaft und Eigentümergemeinschaften entlang des gesamten Förderprozesses und der Projektumsetzung. Dazu gehören insbesondere:
• Fördermittelberatung und strategische Einordnung
• Prüfung der Förderfähigkeit und Projektstrukturierung
• Unterstützung bei sowie Übernahme der Antragstellung
• Technisch-wirtschaftliche Bewertung von Ladeinfrastrukturprojekten
• Begleitung bei Ausschreibung und Umsetzung
Übrigens: Der Antragsservice ist bei Beauftragung eines LIS-Partnerunternehmens kostenfrei.
Mit langjähriger Erfahrung in der Analyse und Umsetzung komplexer Mobilitäts- und Ladeinfrastrukturprojekte für Unternehmen und Kommunen unterstützt M3E dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und wirtschaftlich tragfähige Elektrifizierungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.
Noch Fragen? Buchen Sie ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch.
Jetzt Erstgespräch buchen
Oder rufen Sie uns direkt an:
+49 (0)30 403672121
M3E – Wir entwickeln Lösungen. Für Ihre nachhaltige Mobilität.

Weitere Beiträge