M3E Team

20. Jan. 2025 · 7 min read

Elektromobilität in den USA: Fördermittel unter Trump im Wandel

M3E GmbH

Update 21.01.2025: Präsident Trump hat gleich nach seiner Inauguration am 20. Januar per Executive Order sowohl die von Biden gesetzte Zielvorgabe aufgehoben, bis 2030 50 % aller Neufahrzeuge mit Elektroantrieb auszustatten, als auch 5 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der Ladeinfrastruktur blockiert. Zugleich hat er angekündigt, Steuervergünstigungen für Elektroautos streichen und Kaliforniens strenge Emissionsstandards, die den Verkauf von benzinbetriebenen Fahrzeugen bis 2035 beenden sollten, abschaffen zu wollen. Diese Schritte markieren - wie im vorliegenden Artikel bereits befürchtet - eine klare Abkehr von Bidens Klimapolitik hin zu fossilen Brennstoffen und traditioneller Energie (vgl. Reuters).
Mit dem erneuten Amtsantritt von Präsident Donald Trump am heutigen 20. Januar 2025 steht die Fördermittelpolitik der USA vor einem grundlegenden Wandel. Die vorherige Regierung unter Präsident Joe Biden hat in den vergangenen vier Jahren umfangreiche Förderprogramme auf föderaler Ebene (“Federal Level”) etabliert, um erneuerbare Energien, nachhaltige Technologien und den Klimaschutz voranzutreiben. Wichtige Maßnahmen und Programme der Biden-Ära umfassen dabei:
  • Inflation Reduction Act (IRA): Ein ehrgeiziges Gesetzespaket, das in einem Zeitraum von zehn Jahren über 370 Milliarden Dollar bereitstellen sollte, um die Energiewende zu unterstützen, einschließlich Förderungen für erneuerbare Energien, Elektromobilität und die Reduktion von Treibhausgasen.
  • Bipartisan Infrastructure Law: Dieses Programm finanziert Infrastrukturprojekte, darunter den Schienenverkehr, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die ein landesweites Netz für E-Autos fördern sollen, und die Modernisierung des Stromnetzes, mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit der US-Infrastruktur zu fördern.
  • Initiativen der Environmental Protection Agency (EPA): Die EPA treibt Projekte voran, die auf die Verbesserung der Luft- und Wasserqualität sowie die Förderung von Technologien, die zur Dekarbonisierung beitragen.
Diese Programme haben nicht nur das Ziel, die CO₂-Emissionen zu senken, sondern bieten auch wirtschaftliche Chancen für Unternehmen, die in umweltfreundliche Technologien investieren.

Verschiebung der Prioritäten unter der Trump-Administration

Unter der neuen Regierung ändert sich der Fokus laut einem Beitrag unseres Partnerunternehmens TRC, auf dem der vorliegende Beitrag basiert, deutlich. Die Trump-Administration hat im Einklang mit ihrer “America First”-Politik angekündigt, die Förderung fossiler Brennstoffe, einschließlich Öl, Gas und Kohle, wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Gleichzeitig wird neben Haushaltskürzungen auch die Umverteilung von Geldern erwartet, die sich direkt auf die Finanzierung von Projekten im Bereich saubere Energien auswirken könnten - finanziert werden sollen in Zukunft vermehrt Rüstungsprojekte.
Konkret plant die Trump-Administration laut Reuters unter anderem, Emissions- und Kraftstoffeffizienzstandards für Fahrzeuge auf das Niveau von 2019 zurückzusetzen. Auch Steueranreize für Elektrofahrzeuge, wie die bundesweit im Rahmen des IRA verankerten  Steueranreize von 7.500 US-Dollar, könnten abgeschafft werden, was die Attraktivität von E-Autos mindern würde. Darüber hinaus könnte die Regierung versuchen, Bundesstaaten wie Kalifornien daran zu hindern, eigene, strengere Emissionsstandards einzuführen.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen könnten die von der Trump-Administration vorgeschlagenen umfassenden Haushaltskürzungen die Verfügbarkeit und das Volumen föderaler Förderprogramme beeinträchtigen. Während bestehende Projekte mit bereits bewilligten Mitteln voraussichtlich fortgeführt werden, da rechtliche Rücknahmen zu kostenintensiv wären, könnten zukünftige Ausschreibungen und Programme gefährdet sein. Insbesondere die langfristige Finanzierung aus dem Inflation Reduction Act und dem Bipartisan Infrastructure Law steht demnach auf dem Prüfstand.

Engagement der Bundesstaaten wohl weiterhin stark

Trotz der erwarteten Kürzungen auf föderaler Ebene bleibt die Förderlandschaft laut Branchenexperten, wie unserem Partnerunternehmen TRC, auf Ebene der Bundesstaaten (“State Level”) vielversprechend. Wie bereits während der vorherigen Trump-Administration (2017-2021) geschehen, könnten Bundesstaaten auch trotz der Ankündigungen Trumps ihre eigenen Anreizprogramme fortsetzen, um saubere Energien und nachhaltige Technologien zu fördern. Diese bundesstaatlichen Initiativen wären robuster und weniger anfällig für die politischen Schwankungen auf föderaler Ebene.

Auswirkungen auf Unternehmen und Projektentwickler

Für Unternehmen und Projektentwickler ergeben sich daraus klare Handlungsempfehlungen:
  • Anpassung der Projektpräsentation: Unternehmen sollten statt der Klimaziele stärker betonen, wie ihre Projekte wirtschaftliche Vorteile schaffen, Arbeitsplätze fördern oder die Energieunabhängigkeit der USA stärken können.
  • Ausrichtung an bundesstaatlichen Initiativen: Förderprogramme auf Bundesstaatenebene werden wohl eine wichtige Finanzierungsquelle bleiben und sollten bei der Planung neuer Projekte priorisiert werden.
  • Flexibilität bei der Projektgestaltung: Auf föderaler Ebene könnten Fördermittel künftig verstärkt an Projekte vergeben werden, die wirtschaftliche Entwicklung und Energieunabhängigkeit betonen.
  • Stärkerer Fokus auf regionale Strategien: Die enge Zusammenarbeit mit bundesstaatlichen Regierungen und lokalen Behörden kann langfristig entscheidend sein, um Fördermittel zu sichern und Projekte erfolgreich umzusetzen.

Fazit

Die Fördermittellandschaft in den USA befindet sich im Umbruch. Während die Trump-Administration die Unterstützung für Elektromobilität und saubere Energien auf föderaler Ebene höchstwahrscheinlich zurückfahren wird, werden viele Bundesstaaten wohl weiterhin Programme anbieten, um ihre eigenen Klimaziele zu erreichen.
Wird sich bewahrheiten, was im Vorfeld angekündigt worden ist, sollten Unternehmen und Projektentwickler in den USA, die erfolgreich bleiben möchten, flexibel auf die politischen Veränderungen reagieren und ihre Strategien sowohl an föderale als auch an bundesstaatliche Rahmenbedingungen anpassen. Den Bundesstaaten wird in den kommenden Jahren wohl eine Schlüsselrolle bei der Förderung der Elektromobilität und nachhaltiger Technologien zukommen und sie werden damit die Energiewende in den USA maßgeblich mitgestalten.

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