Im M3E Wissensnetzwerk lassen wir regelmäßig relevante Themen für die Weiterentwicklung der Elektromobilität von unseren Partnerunternehmen vorstellen, die mit ihrer Expertise zu dieser Weiterentwicklung beitragen.
Diesmal im Fokus: Der Lebenszyklus von Produkten und die Etablierung von Kreislaufwirtschaft zur Reduzierung von Elektroschrott. Das Thema wird vorgestellt von Terraquota, einem Unternehmen, das das Thema neu denkt und konkrete Lösungen für eine zirkuläre Zukunft entwickelt.
Wie ist Terraquotas Bezug zur Elektromobilität?
Terraquota unterstützt Industrieunternehmen bei der Optimierung ihrer Energie- und Rohstoffstrategien – mit dem Ziel, die Resilienz von Lieferketten zu erhöhen und die ökologische Effizienz* zu steigern. Unser Ansatz: Produkte werden ganzheitlich betrachtet – vom Herstellungsprozess bis zum Ende ihrer Nutzung. Denn: Das Nutzungsende ist für uns nicht gleichbedeutend mit dem Ende des Lebenszyklus.
Damit rücken Themen wie Reparierbarkeit, Materialauswahl und regulatorische Anforderungen in den Mittelpunkt unserer Arbeit.
Ein zentrales Anwendungsfeld, in dem diese Perspektiven besonders relevant sind, ist die Elektromobilität. Viele unserer Kunden sind führende Hersteller elektrischer und elektronischer Geräte (Electric and Electronic Equipment, kurz: EEE), darunter auch Anbieter von Ladeinfrastruktur. Gemeinsam mit unserem Konsortialpartner – einem spezialisierten Recycler – betrachten wir Produkte sowohl im Hinblick auf ihre Produktion als auch auf ihren Rückbau.
*Wir sprechen bewusst von Effizienz, da nicht jede Maßnahme zur CO₂- oder Abfallreduktion automatisch einen sinnvollen Investitionsrahmen darstellt.
Wie genau unterstützt Terraquota EEE-Hersteller?
Ein Praxisbeispiel: Ein namhafter Hersteller von Ladeinfrastruktur plante den Aufbau eines zentralen Reparaturzentrums. Unsere Aufgabe: Die ökologische und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit bewerten. Denn Maßnahmen finden intern oft nur dann Zustimmung, wenn CO₂-Einsparungen auch zu realen Kostenvorteilen führen.
Unsere Analyse umfasste unter anderem Fehlermuster, Ersatzteillogistik und Schwachstellen im Produktdesign. Das Ergebnis überraschte: Reparaturen direkt vor Ort waren vielfach praktikabler, kostengünstiger und zugleich ökologisch sinnvoller als der Transport ins Reparaturzentrum.
Diese Erkenntnis führte zu strategischen Anpassungen:
· Vertrieb: Ausrüstung der Installateur:innen mit Reparaturkits
· Technik: Dokumentation typischer Fehlerbilder und Anleitung zur Vor-Ort-Behebung
· Produktmanagement: Einführung modularer Designs, um Ersatzteillogistik zu vereinfachen
Das Resultat: Kürzere Ausfallzeiten, geringere Kosten – und deutlich weniger Elektroschrott.
Was hat sich nach zwei Jahren Projektdauer für Terraquota und die Kunden verändert?
Wir haben ein eigenes Labor eröffnet – direkt neben der Recyclinganlage unseres Partners. Der Grund: Fundierte ökologische Entscheidungen erfordern belastbare, physisch gewonnene Daten.
Im Labor analysieren wir reale Produkte durch Demontage und Datenerhebung:
· Wie gut ist ein Produkt wirklich reparierbar?
· Welche Materialien sind enthalten – und wie lassen sie sich zurückgewinnen?
· Welche Emissionen entstehen beim Lebensende eines Produkts?
Diese Erkenntnisse fließen direkt in unsere Dienstleistungen ein:
· Beratung zur ökologisch optimierten Produktgestaltung
· Lebenszyklusanalysen (LCA) und CO₂-Fußabdrücke auf Realwertbasis
· Produktkreislauf-Datenblätter (PCDS) gemäß ISO 59040
· Frühzeitige Hinweise auf regulatorische Anforderungen, z. B. WEEE oder neue Gesetzesvorhaben
Kurz gesagt: Wir machen faktenbasierte Entscheidungen im Produktdesign, in der Compliance und für zirkuläre Geschäftsmodelle möglich.
Was macht Terraquota ganz bewusst nicht?
Wir liefern keine geschönten Daten – sondern fundierte, praxisnahe Lösungen. Unsere Empfehlungen basieren auf wissenschaftlicher Analyse, selbst wenn sie unbequem sind.
Das kann ein besser durchdachtes Reparaturkonzept sein.Oder die Erweiterung des Nutzungshorizonts eines Produkts.Oder rechtzeitige Informationen zu regulatorischen Entwicklungen – bevor sie zur Herausforderung werden.
Was verändert Terraquotas Arbeit bei ihren Partnern?
Unsere Unterstützung führt nicht nur zu effizienteren Produkten, sondern auch zu mehr Klarheit und Handlungssicherheit in den Unternehmen. Viele unserer Kunden können heute:
· ihre Produktstrategie nachhaltiger gestalten,
· interne Prozesse auf fundierte ökologische Kriterien ausrichten
· und regulatorische Entwicklungen proaktiv adressieren.
Terraquota zeigt exemplarisch, wie breit gefächert und praxisnah die Themen rund um Elektromobilität gedacht werden können.
Über Terraquota: Terraquota wurde aus einer deutsch-französischen Initiative gegründet. Das Team besteht aus Ingenieur:innen, Ökonom:innen und Strateg:innen mit industriellem Hintergrund – insbesondere in der Stahl-, Luft- und Raumfahrt- sowie Bahnindustrie. Seit 2019 hat Terraquota rund 50 Projekte zur ökologischen Transformation in verschiedenen Branchen umgesetzt. Der Fokus liegt auf präzisen, pragmatischen Umweltstrategien für die Industrie.
Nähere Informationen finden Sie auf
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Wir freuen uns, bei Interesse den Kontakt zu Terraquota herzustellen.
Im M3E Wissensnetzwerk stellen regelmäßig Partner, die mit ihrem Know-how an den Schnittstellen von Technologie, Nachhaltigkeit und Innovation arbeiten, Themen vor, die für die Elektromobilität eine hohe Relevanz haben. Bleiben Sie dabei – weitere Einblicke folgen in Kürze.