Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) ist ein zentrales Instrument der deutschen Klimapolitik im Verkehrssektor. Sie verpflichtet Mineralölunternehmen dazu, den CO₂-Ausstoß ihrer Kraftstoffe schrittweise zu reduzieren. Können die Unternehmen ihre Emissionen nicht ausreichend selbst senken, müssen sie Emissionsminderungen von anderen Marktteilnehmern erwerben.
Hier kommt die Elektromobilität ins Spiel: Betreiber von Elektrofahrzeugen sowie öffentlicher Ladeinfrastruktur können die durch den Betrieb entstehenden CO₂-Einsparungen zertifizieren lassen und als sogenannte THG-Quoten vermarkten. Mineralölunternehmen kaufen diese Zertifikate, um ihre gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Für Elektrofahrer und Ladeinfrastrukturbetreiber entstehen daraus zusätzliche Einnahmequellen.
Mit der Anhebung der THG-Quote auf 12 Prozent ab 2026 sowie der Implementierung der RED III (EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie) verändern sich die Marktbedingungen erneut. In Verbindung mit regulatorischen Anpassungen führt dies aktuell zu deutlich steigenden Erlösmöglichkeiten.
Warum die THG-Quote eingeführt wurde
Das Prinzip dahinter ist marktbasiert:
• Mineralölunternehmen müssen eine bestimmte Minderung ihrer Emissionen nachweisen
• Diese Minderung kann durch Biokraftstoffe, erneuerbare Energien oder Elektromobilität erfolgen
• Alternativ können Unternehmen THG-Zertifikate von Dritten erwerben
Damit wird ein wirtschaftlicher Anreiz geschaffen, emissionsarme Energieträger stärker in den Markt zu bringen. In diesem Sinne gilt die THG-Quote häufig als komplementäres Instrument zur CO₂-Bepreisung, die fossile Kraftstoffe schrittweise verteuert. Die aktuell diskutierte Verlängerung des THG-Quotenmechanismus bis mindestens 2040 (zuvor 2030) ist ein wichtiges Marktsignal, das die aktuell positive Dynamik beflügelt.
THG-Quote 2026: Neue Rahmenbedingungen für den Markt
Das gestiegene Preisniveau ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Unter anderem mit der Erhöhung der THG-Quote auf 12 Prozent im Jahr 2026 sowie der bis Ende 2026 geltenden Nichtanrechenbarkeit von Übererfüllungen aus Vorjahren steigt der Druck auf quotenverpflichtete Unternehmen, zusätzliche Emissionsminderungen nachzuweisen. Das stärkt grundsätzlich die Nachfrage nach entsprechenden Zertifikaten.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen für den THG-Quotenmarkt wurden angepasst, unter anderem:
• strengere Regeln für Übererfüllungen von Quoten
• Anpassungen bei der Anrechenbarkeit einzelner Erfüllungsoptionen
• intensivere Kontrolle von Zertifikaten Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, strukturelle Überangebote zu begrenzen, die in der Vergangenheit zu stark fallenden Preisen geführt hatten. In der Theorie verbessert sich dadurch die Ausgangslage für ein stabileres Marktgleichgewicht.
Trotzdem bleibt der THG-Quotenmarkt ein handelsbasierter Markt ohne garantierte Mindestpreise. Erlöse hängen weiterhin stark von Angebot und Nachfrage sowie vom regulatorischen Detailrahmen ab.
Aktuelle THG-Marktentwicklung: Deutlich höhere Erlösmöglichkeiten 2026
Die Preisentwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie volatil der Markt für THG-Zertifikate sein kann.
THG-Prämie für Elektroautos
Halter von rein batterieelektrischen Fahrzeugen profitieren seit 2022 von der Treibhausgasminderungsquote, indem sie durch die Vermarktung der durch ihr Elektroauto eingesparten CO₂-Emissionen eine jährliche Prämie erhalten. Dazu wird das Fahrzeug bei einem THG-Quotenanbieter registriert, der die Emissionsminderung bündelt, zertifizieren lässt und anschließend als Quote an quotenverpflichtete Unternehmen verkauft.
Grundlage für die Prämie ist eine pauschal angenommene jährliche CO₂-Einsparung eines Elektrofahrzeugs, die vom Umweltbundesamt festgelegt wird. Diese Einsparung kann einmal pro Jahr zertifiziert und als THG-Quote vermarktet werden. Voraussetzung ist ein rein batterieelektrisches Fahrzeug mit Zulassung; Plug-in-Hybride sind nicht teilnahmeberechtigt.
Die Höhe der Auszahlung hängt stark von der jeweiligen Marktsituation im THG-Quotenhandel ab. In den vergangenen Jahren hat sich das Preisniveau deutlich verändert. Die THG-Preise variieren je nach Anbieter, Vertragsmodell und Zeitpunkt der Vermarktung.
• 2024: meist Prämien von etwa 50 bis 100 Euro
• 2025: meist Prämien zwischen rund 50 und 120 Euro
• 2026: aktuell Prämien zwischen 150 und 300 Euro
THG-Prämie für öffentliche Ladeinfrastruktur
Öffentliche Ladeinfrastruktur kann ebenfalls THG-Prämien generieren, allerdings funktioniert der Mechanismus etwas anders als bei einzelnen Elektroautos. Während bei Elektroautos eine pauschale CO₂-Einsparung pro Fahrzeug angesetzt wird, basiert die THG-Quote bei Ladeinfrastruktur auf dem tatsächlich geladenen Strom. Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte können die über ihre Ladepunkte abgegebene Strommenge erfassen und als Emissionsminderung zertifizieren lassen.
Voraussetzungen sind in der Regel:
• Öffentlich zugänglicher Ladepunkt
• Messung der geladenen Strommenge (kWh)
• Meldung der Ladevolumina über einen THG-Quotenvermarkter
• Einhaltung der regulatorischen Vorgaben des Umweltbundesamts
Die berechnete CO₂-Einsparung entsteht dadurch, dass der geladene Strom im Vergleich zur Nutzung fossiler Kraftstoffe als emissionsärmer gilt. Die entsprechende Emissionsminderung wird anschließend in handelbare THG-Zertifikate umgewandelt.
Private Ladepunkte sind von THG-Prämien ausgeschlossen.
Für öffentliche Ladeinfrastruktur lagen die möglichen Erlöse pro Kilowattstunde in den letzten Jahren bei:
• 2024: etwa 2 bis 6 Cent pro kWh
• 2025: etwa 3 bis 6 Cent pro kWh
• 2026: aktuell etwa 8 bis 15 Cent pro kWh
Je nach Zeitpunkt des Vertragsabschlusses innerhalb eines Jahres können die Erlöse erheblich variieren.
Beispielrechnung für THG-Ladeinfrastruktur
Bei einem Jahresverbrauch von durchschnittlich 2 bis 12 MWh pro (Schnell-)Ladepunkt ergeben sich entsprechend unterschiedliche Erlösgrößen.
In den Jahren 2024 und 2025 bewegten sich die Einnahmen je nach Vertragszeitpunkt und Lademenge typischerweise zwischen:
• etwa 40 € und 300 € pro Ladepunkt und Jahr
Durch die aktuell höheren Marktpreise können sich im Jahr 2026 jedoch deutlich größere Spannen ergeben:
• etwa 240 € bis 2.700 € pro Ladepunkt und Jahr
Damit können THG-Erlöse insbesondere für Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur eine interessante zusätzliche Einnahmequelle darstellen, wie folgende Grafik veranschaulicht:
Bedeutung der THG-Quote 2026 für Betreiber von Ladeinfrastruktur
Für Betreiber öffentlicher Ladeinfrastruktur können THG-Erlöse zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Ladepunkten beitragen. Gleichzeitig ersetzen sie keine klassischen, planbaren Einnahmequellen aus dem Ladebetrieb.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen deutlich:
• der THG-Quotenmarkt ist stark schwankungsanfällig
• Preise reagieren empfindlich auf regulatorische Änderungen
• Angebot und Nachfrage können sich kurzfristig verändern
Vor diesem Hintergrund sollten THG-Erlöse in der Finanzplanung eher konservativ angesetzt werden. In der Gesamtbetrachtung lassen sich THG-Prämien daher ab 2026 vor allem als strategisches Zusatzgeschäft mit mittelfristigem Potenzial einordnen.
THG-Quote 2026 anmelden: Ablauf für Elektrofahrzeuge und Ladepunkte
Um von der THG-Quote zu profitieren, müssen Fahrzeughalter oder Betreiber von Ladeinfrastruktur ihre Emissionsminderungen über einen spezialisierten Anbieter vermarkten.
Der Ablauf ist in der Regel relativ einfach:
- Registrierung bei einem THG-Quotenanbieter
- Nachweis des Fahrzeugs oder der Ladeinfrastruktur
- Bündelung der Zertifikate durch den Anbieter
- Verkauf an quotenverpflichtete Unternehmen
- Auszahlung der Prämie
Die spezialisierten THG-Anbieter übernehmen dabei die gesamte administrative Abwicklung, einschließlich Zertifizierung und Vermarktung der Emissionsminderungen.
So unterstützt M3E bei der Vermarktung von THG-Quoten
Die Vermarktung von THG-Quoten 2026 erfordert ein gutes Verständnis der regulatorischen Rahmenbedingungen, der Marktmechanismen sowie der verschiedenen Vermarktungsmodelle.
Über das eigene THG-Vermarktungsportal www.thgquoten.com unterstützt M3E Unternehmen, Ladeinfrastrukturbetreiber und Flottenbetreiber dabei, • die THG-Potenziale ihrer Fahrzeuge oder Ladepunkte zu identifizieren
• geeignete Vermarktungsmodelle zu wählen
• Erlöse aus THG-Zertifikaten effizient zu realisieren
Unternehmen und Betreiber von Ladeinfrastruktur erhalten so eine strukturierte Unterstützung eines erfahrenen Anbieters bei der Nutzung der THG-Quote als zusätzlichem Erlösbaustein im Kontext der Elektromobilität.
Möchten Sie 2026 THG-Quoten für Ladeinfrastruktur vermarkten? Dann sprechen Sie uns an! Die THG-Experten von M3E beraten Sie individuell zu optimalen Vermarktungsstrategien, die genau auf Ihre Standorte zugeschnitten sind.
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